Überblick zu den Angriffen gegen Migranten

Im Netz gbt es eine Reihe von Informationen zu den Angriffen auf MigrantInnen der letzten Tage. Einige Infos sind in folgendem Indymedia Beitrag verlinkt.

Johannesburg: Demo gegen Angriffe
26.05.2008

In Johannesburg haben am Samstag 5000 Menschen gegen die ausländerfeindlichen Angriffe protestiert. Organisiert war das ganze vom Antiprivatisierungsforum (APF), verschiedenen Gewerkschaften und Flüchtlingsorganisationen.
Demm in Joburg
Laut dem APF kursierten beim ANC Informationen sich nicht dem Marsch der ‚ultra-linken’ anzuschließen. Dennoch hat am Anfang der Demo die zum ANC gehörende Ministerin für Public Service and Administration gesprochen, ich finde ein wichtiges Zeichen. Das APF schreibt, dass einige Busse in den Townships nicht zur Demo losfahren konnten, weil sie von Ausländerhassern bedroht wurden. Die Demo ist von den Migranten in der Joburger Innenstadt jubelnd aufgenommen wurden. (mehr…)

Joe Slovo Raeumung von Gericht abgesegnet

Die Haeuserkonflikte in Kapstadt gehen weiter.
Am 10. Maerz hat das Oberste Gericht entschieden, dass die Joe Slovo Armensiedlung geraeumt werden kann, um Haeuser zu bauen, die sich die bisherigen BewohnerInnen nicht werden leisten koennen.

Ein kurzer Blick zurueck:

Am 19. Februar räumt die Polizei Häuser im Armenviertel Delft am Rande der Stadt.
Die 1600 BewohnerInnen hatten Häuser besetzt die eigentlich für diejenigen vorgesehen waren, die in den nächsten Wochen aus der Joe Slovo Siedlung zwangsumgesiedelt werden sollen. Joe Slovo ist eine Innenstadtnahe aus Shacks (Baracken/Wellblechhütten) bestehende informelle Armensiedlung, die einem Wohnungsbauprojekt weichen soll.
Die BewohnerInnen wehren sich gegen die Umsiedlung nach Delft, da sie aus guten Gründen befürchten, dass sie an den Stadtrand gedrängt und nicht von den neuen Häusern profitieren werden. Im September 2007 wurde deshalb aus Protest für einige Stunden die N2 Autobahn blockiert. Die Polizei reagierte mit Gummigeschossen und räumte mit einem massiven Aufgebot.
Um die Joe Slovo Leute überhaupt räumen zu können, muss die Stadt erstmal die Häuser in Delft frei bekommen, das ist der Hintergrund für die aktuellen Räumungen bei denen abermals Gummigeschosse eingesetzt wurden. Laut Ashraf Cassiem von der Anti-Eviction-Campaign (Antiräumungskampagne) wurden dabei mindestens drei Kinder verletzt.
Die Armen wehren sich dagegen, die gescheiterte Wohnungspolitik des ANC und der in Kapstadt regierenden Democratic Alliance (DA) ausbaden zu müssen. Sie wollen nicht als bloße Manövriermasse behandelt werden, sondern verlangen endlich eine soziale Lösung der Wohnungskrise. Alleine in Kapstadt fehlen nach Schätzungen zwischen 260.000 und 400.000 Häuser und Mietwohnungen, gebaut werden pro Jahr nur etwa 25.000 Häuser.
In den letzten Wochen haben die geraeumten BewohnerInnen aus Delft auf der Strasse gelebt.

Aktuell:
Mit dem jetzigen Gerichtsbeschluss ist eine neue Eskalationsstufe des Konflikts eingetreten. Die Haeuser in Delft sind geraeumt und der Zwangsumsiedlung aus Joe Slovo steht juristisch nur ein weiterer Einspruch vor dem Gericht in Bloemfountain im Weg. Doch die BewohnerInnen aus Joe Slovo und die Anti-Eviction-Campaign haben angekuendigt, sich mit aller Kraft gegen eine Raeumung zur Wehr zu setzen.

Die Anti-Eviction-Campaign schreibt in ihrer Presseerklaerung: „By this order Judge Hlophe and the others have declared war on the people of Joe Slovo and must take responsibility for the consequences. By this order Hlophe endorses the bureaucratic madness of forcibly removing Joe Slovo residents to Delft when they do not want to go there, and when there are thousands of backyarders in Delft who need the housing being built there by Thubelisha.“
Aktuelle Infos finden sich seit kurzem auf dem Blog der AEC

Jacob Zuma Superstar?

Jacob Zuma ist der neue Mann an der Spitze des ANC. Worauf beruhte die Niederlage des Staatspräsidenten Thabo Mbeki um den Vorsitz des ANC? Und was bedeutet Zumas Sieg für die Linke und soziale Bewegungen? Romin Khan beleuchtet die Veränderungen im ANC in der iz3w Nr. 305, auch zu lesen bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Ketten bilden…

Judgement Days beim ANC

Der Machtkampf innerhalb des ANCs erreicht dieser Tage seinen Höhepunkt. Statt langer Worte gibt es die nächsten Tage nur gezeichnete Kommentare von Zapiro, Südafrikas bestem Karikaturisten. Zapiro wurde 2006 übrigens von Jacob Zuma wegen Beleidigung auf 15 Millionen Rand Entschädigung verklagt…

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„Demokratie in Ketten“

Unter diesem Titel verhandelt Naomi Klein in ihrem neuen Buch ‚the Shock Doctrine‘ die Verhältnisse in Südafrika. Wenn es interessiert, beim Centre for Civil Society gibt es das Kapitel auf Englisch zu lesen (link).

Joe Slovo Bewohner gehen auf die Straße

Am 12. Dezember beginnt die erste Verhandlung hinsichtlich der Räumnung der stadtnahen Joe Slovo Siedlung in Kapstadt. Bereits eine Woche vorher findet der Prozess gegen diejenigen statt, die bei der Besetzung der N2 Autobahn festgenommen wurden (siehe Bericht). Die BewohnerInnen werden morgen mit einer großen Demonstration zeigen, dass sie nicht freiwillig an den Stadtrand von Kapstadt ziehen werden.

Im Folgenden die Presseerklärung der Western Cape Anti-Eviction Campaign
27th November 2007


Thousands to march on First National Bank in Cape Town tomorrow

The Joe Slovo community and dozens of other communities affiliated to the Western Cape Anti-Eviction Campaign will march on First National Bank in Cape Town tomorrow (28 November 2007).

The march will leave from Cape Town station at 9am under the theme „Asiyi eDelft!“ (We won‘t go to Delft). The communities want to show their support for the Joe Slovo residents, who are currently resisting a forced removal to Delft, and also to protest about evictions and water cut offs in their own communities.
Mzonke Poni of QQ Section Campaign, and a Western Cape Anti-Eviction Campaign leader, says that the Temporary Relocation Areas (TRA’s) in Delft „are like a concentration camp. No tarred roads, rubbish in the streets, public toilets only many of which have been closed for a year so people must relieve themselves in the bush. People in the TRA’s are living in limbo, unhappy, tolerating the awful conditions only in the hope that they will get a real house. But Thubelisha has promised 9500 houses to more than 20,000 families — from Joe Slovo, New Rest, Barcelona, Boys Town Crossroads etc, as well as to Delft backyarders and to people from Nyanga, Malawi and many other places. It is a recipe for conflict, misery, and disaster.“ (mehr…)

Die WM kommt, aber die Shacks müssen gehen…

Bereits vor fast zwei Wochen erschien in der Sunday Tribune der folgende Artikel zur Beseitung von Shacks (Blechhütten), um die FIFA-Kriterien zu erfüllen. Die FIFA verlangt eine von Symbolen der Armut befreite Umgebung in der Nähe von Fußballstadien und Trainingsplätzen.

Hiding the shame of poverty for 2010

By Nomfundo Mcetywa
This article was originally published on page 13 of The Sunday Tribune on November 11, 2007

The shacklands of post-apartheid South Africa, which would surely have been seen by tourists coming to South Africa for the 2010 World Cup, will be removed to hide the shame of poverty.

Speaking this week at the second KwaZulu-Natal 2010 sports Indaba, provincial director-general Kwazi Mbanjwa, announced that more than R1,4-billion would be spent in eradicating slums in townships where soccer training camps would be held.
Mbanjwa said more than R22-million would be used to clear shacks at Umlazi near the KwaMnyandu Railway Station.

A further R92-million would be spent in clearing slums in Lamontville, while R1,2-billion would be spent upgrading hostels in KwaMashu.
R112-million would also be spent on rebuilding housing developments in Mpofana and Umsunduzi.

Residents in Mpofana (Mooi River) had complained of sewage problems, as their toilets had not been connected to the main sewerage lines. Sewage was flowing into residents‘ yards, down the roads and storm water drains and, ultimately, into the Mooi River.

Plans for the 2010 World Cup include billions of rands being pumped into upgrading transport systems such as the building of new roads in areas which will serve as training camps for visiting teams. Stadiums which will be used as training grounds include the King Zwelithini Stadium in Umlazi, Princess Magogo in KwaMashu, Sugar Ray Xulu in Clermont and the Harry Gwala Stadium in Pietermaritzburg. They will be upgraded at a cost of R184,5-million.

About R183-million will also be spent on building multi-purpose sports academies in Port Shepstone, Newcastle and Richards Bay. „By providing the four district municipalities and eThekwini Metro with suitable and sustainable sports facilities, we want to increase opportunities for them to host the World Cup participants and other sports codes beyond,“ said Mbanjwa.

He said the use of township stadiums by visiting teams as training sites had led to their decision to redevelop townships and to remove slums. But the shackdwellers, who say they are unaware of their imminent eviction, have described the government plan as a way of hiding the shame of the real South Africa. (mehr…)

Bulldozer gesucht!

Die Anti-Eviction-Campaign verurteilt die öffentliche Ausschreibung der Kapstädter Stadtregierung, in der nach Unternehmen gesucht wird, die die Zerstörung von Informellen Siedlungen vornehmen.

Cape Town AntiWar Coalition and Anti-Eviction Campaign condemn City Council mercenary eviction squads

Cape Town Anti War Coalition 24. Oktober 2007 17:07

The Anti-Eviction campaign strongly condemns the call for tenders by the City Council for contracts to demolish informal settlements. Apparently successful contractors have to be available 24 hours 7 days a week to perform evictions and demolitions of informal settlements. Evictions, in the middle of the night, any day of the week, potentially even on Christmas day and other holidays, are set to become the norm. This is worse than the apartheid state. According to the tender meeting held today (24 Oct 2007), squads must be a minimum size of 10 and contractors were warned not to ‚under-tender‘ – in other words the City Council is set to spend millions on demolishing informal settlments instead of using these funds to build houses for the people.

Communities are still waiting for the City Council plan for 200 informal settlements to receive housing. Now it is clear that no such plan exists; rather what does face communities in informal settlements is the prospect of being thrown out onto the street. These mercenary squads are soon to operate across the entire Cape Metropole. (mehr…)

Anti-Eviction Campaign ruft zum Boykott der First National Bank (FNB) auf!

Die FNB ist an dem N2 Gateway Bauprojekt in Kapstadt beteiligt, welches gegen den Widerstand der stadtnahen Joe Slovo Armensiedlung durchgesetzt werden soll. Daher ruft die Anti-Eviction-Campaign zum Boykott der Bank auf:

Press Release: Anti-Eviction Campaign vows to intensify boycott and campaign against FNB, the bank of forced removals

Press Release
11 October 2007

The Western Cape Anti-Eviction Campaign vowed yesterday to intensify its campaign against First National Bank (FNB) because of the bank’s partnership with privatised housing company, Thubelisha Homes.

The Gugulethu Backyard Dwellers Forum announced that it would join the campaign against FNB.

The Anti-Eviction Campaign rejects FNB’s claim that it is not involved in trying to forcibly remove the residents of Joe Slovo. FNB has apparently „bought“ the land currently housing Joe Slovo residents for R5 million and are working in partnership with Thubelisha Homes to make huge profits once the current residents are forcibly removed.

The Anti-Eviction Campaign has already issued a call to all citizens who oppose forced removals to boycott FNB. Now the Campaign is planning protest action against the bank. (mehr…)